Drei neue Präventionsautomaten in Hessen
Für viele drogengebrauchende Menschen in Hessen bestehen Hürden im Zugang zu hygienischen Konsumutensilien. Öffnungszeiten, fehlende wohnortnahe Versorgung, aber auch das Stigma von Sucht & Drogen spielen dabei eine Rolle. Eine effektive Reduktion von Infektionen mit HIV, Hepatitis B & C fordert Lösungen.
Ein Ansatz zur Verbesserung der Versorgungslage
Mit unserem Projekt der Präventionsautomaten in Hessen möchten wir Vergabestellen von Präventionsmitteln ergänzen, Risiken beim Drogengebrauch reduzieren und damit effektive Infektionsprophylaxe leisten.
Die Automaten machen sterile Safer-Use- und Safer-Sex-Utensilien zugänglich. Anonym und rund um die Uhr. Sie bieten neben Kondomen und Gleitmitteln auch Spritzen und Nadeln, Rauchfolien, Pfeifen und Zubehör sowie Pflege- und Sniefsets.
Die für diesen Zweck umgerüsteten Zigarettenautomaten verfügen gleichzeitig über eine Abwurfmöglichkeit für gebrauchtes Spritzbesteck, um sichere Entsorgungsmöglichkeiten zu gewährleisten.
Neue Automaten für Fulda, Hanau und Frankfurt
Gemeinsam mit unseren Kooperationspartner*innen wurden nun drei neue Standorte in Hessen in Betrieb genommen:
- In Fulda betreut die Aidshilfe Fulda in Bahnhofsnähe den ersten Automaten in Osthessen.
- In Frankfurt am Main ergänzt ein neuer Standort an der Friedberger Anlage 24 bestehende Angebote der Utensilienvergabe; JES Frankfurt übernimmt die Betreuung.
- In Hanau steht nun ein Automat an der Christuskirche, betrieben vom Diakonischen Werk Hanau-Main-Kinzig.
Weitere Standorte sind bereits im Gespräch – unser Projekt wächst kontinuierlich.
Die neuen Standorte sind in der bundesweiten Karte online zu finden: www.spritzenautomaten.de
Mitstreitende gesucht
Unser Wunsch ist klar: Mehr ländliche Gemeinden, Städte in Hessen stellen sich Fragen rund um die Gesundheitsversorgung drogengebrauchender Menschen, damit der Zugang zu Prävention einfacher, niedrigschwelliger und flächendeckender wird. Sobald ein Bedarf geäußert wird, kommen wir gerne ins Gespräch, sei es mit Trägern, Ämtern, Behörden oder drogengebrauchenden Menschen selbst. Unser Projekt lebt von Kooperation.
Hintergrund unseres Projektes:
Gemeinsam mit den regionalen Aidshilfen haben wir ein landesweites Projekt entwickelt – inspiriert vom erfolgreichen Ansatz aus Nordrhein-Westfalen. Grundlage dafür war eine Studie zu Entwicklungsbedarfen in Hessen im Hinblick auf die UNAIDS-Ziele zur Eindämmung von HIV/AIDS bis 2030. Mit Unterstützung des Landes Hessen und durch laufende Drittmittel konnten wir ein Projekt auf den Weg bringen, das Präventionsautomaten flächendeckend etablieren möchte. Unser Ziel: Gesundheitsschutz und Selbstbestimmung für Menschen, die Drogen gebrauchen, stärken.
Dank
Ein besonderer Dank gilt JES, der Selbsthilfegruppe Connection (Fulda), der Aidshilfe NRW, den hessischen Aidshilfen, unseren Versand- und Packhilfen, allen unterstützenden Trägern und Ämtern sowie allen Menschen, die das Projekt mit ihrem Interesse und ihren Ideen mitgestalten.
Links
Christian Rosner
Projektmanagement
Präventionsautomaten
Präventionsziele 2030
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